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Probleme wegen Streik, Überbuchung, Annullierung oder Verspätung – was nun? Die ADAC Checkliste hilft, sich schon am Flughafen richtig zu verhalten. ADAC Juristen erklären die möglichen Ansprüche auf Ausgleichszahlung.

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Entschädigungsansprüche bei Flügen mit EU-Bezug

Sie können bei der Fluggesellschaft Ausgleichsansprüche geltend machen, wenn es sich um einen Flug mit EU-Bezug handelt. 

Das bedeutet, dass der Flug 

  • aus der EU startet oder 
  • von einem Flughafen außerhalb der EU mit einem Ziel in der EU von einer EU-Fluggesellschaft durchgeführt wird.

 

Höhe des Entschädigungsanspruchs


Wenn ein solcher Flug mit EU-Bezug annulliert oder erheblich verspätet war, haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von

  • 250 Euro bei Flügen von 1500 km oder weniger
  • 400 Euro bei Flügen innerhalb der EU und anderen Flügen über eine Entfernung von weniger als 3500 km
  • 600 Euro bei Flügen außerhalb der EU und über eine Entfernung von mindestens 3500 km


Die Ausgleichszahlung wird halbiert, wenn die Fluggesellschaft einen Alternativflug anbietet, mit dem das Endziel wie folgt erreicht wird: 

  • bei Alternativflügen über eine Entfernung von bis zu 1.500 km und einer Verspätung am Ziel von weniger als 2 Stunden
  • Alternativflügen über eine Entfernung von mehr als 1.500 km innerhalb der EU oder über 1.500 bis 3.500km und einer Verspätung am Ziel von weniger als 3 Stunden
  • Alternativflügen außerhalb der EU und über mehr als 3.500 km und einer Verspätung am Ziel von weniger als 4 Stunden.

 

Kein Entschädigungsanspruch bei rechtzeitiger Information oder außergewöhnlichen Umständen 


Die Fluggesellschaft muss keine Entschädigungszahlungen leisten, wenn

  • die Fluggesellschaft den Reisenden mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Ankunftszeit über die Annullierung unterrichtet hat.
  • der Flug 14 bis 7 Tage vor der planmäßigen Abflugzeit abgesagt wurde und der Fluggast ein Angebot für eine anderweitige Beförderung erhalten hat, d.h. Abflug nicht mehr als zwei Stunden vor planmäßiger Abflugzeit und Ankunft am Ziel nicht mehr als 4 Stunden nach der geplanten Ankunftszeit.
  • der Flug weniger als 7 Tage vor planmäßigem Abflug annulliert wird und der Fluggast ein Angebot für eine anderweitige Beförderung erhalten hat, d.h. Abflug nicht mehr als eine Stunde vor planmäßiger Abflugzeit und Ankunft am Ziel höchstens zwei Stunden nach der geplanten Ankunftszeit. 
  • die Annullierung/große Verspätung auf einen außergewöhnlichen Umstand zurückzuführen ist. Die Airlines verweisen oft auf technische Pannen oder Wetterprobleme. Ob außergewöhnliche Umstände tatsächlich vorliegen, muss jedoch immer im Einzelfall entschieden werden.

 

Kein Entschädigungsanspruch wegen Streik?


Der BGH hat Streiks schon als außergewöhnliche Umstände bewertet. Airlines sind daher grundsätzlich nicht zu einer Entschädigung verpflichtet. Ganz ausgeschlossen sind Ausgleichszahlungen aber nicht. Es kommt darauf an, ob die Airline alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um die Auswirkungen des Streiks zu vermeiden. Nur wenn die Airline im Einzelfall vor Gericht nachweisen kann, dass sie alles unternommen hat, um den Passagier umzubuchen oder anderweitig zu transportieren, muss sie keinen Ausgleich bezahlen.

Am 17.04.2018 hat der EuGH entschieden, dass Passagieren eine Entschädigung nach der Fluggastrechteverordnung zustehen kann, wenn es wegen tarifrechtlich unerlaubter Arbeitsniederlegungen (sog. „wilder Streik“) zu erheblichen Verspätungen oder Flugausfällen kommt. Somit können sich Luftfahrtunternehmen nicht automatisch auf außergewöhnliche Umstände berufen.

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Ansprüche auf Betreuungsleistungen

Wird Ihr Flug (mit EU-Bezug) annulliert, überbucht oder hat er Verspätung, haben Sie Anspruch auf Betreuungsleistungen wie zwei Telefonate, zwei E-Mails, Getränke, Essen und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel.

Das gilt für

  • Flüge bis 1500 Kilometer: ab zwei Stunden Abflugverspätung
  • Flüge von 1500 bis 3500 Kilometern: ab drei Stunden Abflugverspätung
  • Flüge ab 3500 Kilometern: ab vier Stunden Abflugverspätung.

Der Anspruch auf Betreuungsleistungen ist verschuldensunabhängig. Kann die Airline trotz Nachfrage keine Betreuung gewährleisten, müssen Sie sich selbst um Verpflegung und ggfs. ein Hotelzimmer kümmern. Bewahren Sie dann alle Belege auf, damit Sie im Nachhinein die Kosten bei der Airline erstattet verlangen können.

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Anschlussflug verpasst – Urlaub verkürzt

Zubringerflug ausgefallen, Anschlussflug verpasst

Haben Sie im Rahmen einer einheitlichen Buchung mehrere Flüge gebucht, muss die Airline Sie zu Ihrem Endziel befördern. Dabei muss sich die Airline ersatzweise um eine kostenlose Beförderung (wenn nötig auch per Bahn oder Bus) kümmern. Bietet Ihnen die Airline keine Ersatzbeförderung an und entstehen Ihnen dadurch zusätzliche Kosten, können Sie diese Kosten grundsätzlich ersetzt verlangen. 

Ticketpreis zurück

Wird Ihr Flug (mit EU-Bezug) gestrichen (z.B. wegen Streik), können Sie sich auch von dem Vertrag lösen. Dann haben Sie nach der EU-Fluggastrechteverordnung Anspruch auf die Rückerstattung des Ticketpreises. 

Urlaub verkürzt

Kommen Sie bei einer Pauschalreise bei der Airline später an Ihrem Urlaubsort an, stellt dies einen Reisemangel dar. Sie können bei Ihrem Reiseveranstalter den Reisepreis anteilig mindern.

Verkürzt sich der Urlaub erheblich (z.B. Anreise bei einem einwöchigen Urlaub erst drei Tage später), steht auch Schadenersatz wegen der Beeinträchtigung der Reise insgesamt im Raum. Alternativ können Sie bei einem erheblichen Reisemangel vom Vertrag zurücktreten.

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